Einer der interessantesten Aspekte der modernen Mongolei ist die Art und Weise, wie Nomadenfamilien die Bildung ihrer Kinder organisieren. Während des Schuljahres verbringen die Kinder ihre Zeit in Internatsschulen in Städten oder zentral gelegenen Dörfern, während die Eltern mit ihren Herden in der Steppe bleiben. In den Ferien kehren die Kinder in den Ger zurück und nehmen am Alltag mit der Herde teil.
So erhält die junge Generation eine moderne Bildung, lernt Fremdsprachen und den Umgang mit Technologie, verliert aber zugleich nicht den Kontakt zum Erbe ihrer Vorfahren. Mobiltelefone, Solaranlagen auf den Gers und Motorräder ergänzen heute die traditionelle Viehzucht, ohne deren Wesen zu zerstören. Die Erfahrung im Umgang mit Tieren und der Respekt vor der Natur bleiben den Kindern erhalten, ganz gleich, ob sie künftig in der Steppe bleiben oder zum Studieren in die Welt hinausziehen.